Rammstein: Liebe ist für alle da

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Rammstein sind seit jeher umstritten, eine Debatte, die ich hier nicht wieder aufleben lassen möchte. Ich könnte mir trotzdem gut vorstellen, dass die Band mit deutlich stärkerem Augenzwinkern ihre Songs schreibt, als viele ihrer Kritiker es sich vorstellen wollen.Mit ihrer neuen CD „Liebe ist für alle da“, machen Rammstein es für viele Hörer und Hasser einfacher. Die früher gerne verkomplizierten Texte sind betont explizit, oft entwaffnend ver- und zerstörend („Ich tu dir weh“ oder „Wiener Blut“). Musikalisch hat die Gruppe um Sänger Till Lindemann ohnehin immer schon ein recht dünnes Brett gebohrt, insofern überraschen ihre manchmal zu eindimensionalen Brachialriffs keinen mehr. Dennoch fühlt sich die Formation auf „Liebe ist für alle da“ einer größeren Bandbreite verpflichtet. Die Ballade „Frühling in Paris“ könnte auch von Bela B. stammen, „Haifisch“ hat gar eine Bläsersektion zu bieten. Unterm Strich scheint die aktuelle Scheibe ein Kompromiss zu sein. Hardcorefans finden alle Trademarks der Band wieder („Mehr“, „Liebe ist für alle da“), Einsteiger werden mit Liedern wie „Rammlied“ oder „Waidmanns Heil“ gelockt, ins Boot zu springen. Viel Schlechtes lässt sich über die CD also nicht sagen, vielleicht noch das eine: Bitte macht keine englischen Songs mehr („Pussy“)! Aber wahrscheinlich ist auch das grauenhafte Englisch von Lindemann augenzwinkernd gemeint.

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