Michael Koser: Der letzte Detektiv

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Wenn es um weitsichtige, ja geradezu prophetische Science
Fiction-Autoren geht, ist meistens die Rede von Isaac Asimov oder Gene
Roddenberry. Der deutsche Schriftsteller [[Michael Koser]] (Foto) wird dabei
immer übersehen, dabei haben auch seine Geschichten um den letzten
Detektiv Jonas voraussehende Visionen transportiert. Michael Koser
ist Autor von weit über 150 Hörspielen. Allein seine bekannteste Serie 
„Die Denkmaschine“ brachte es auf 79 Folgen. Schon 1984 schickte Koser
bei RIAS Berlin die erste Folge seiner Sciencie Fiction-Serie "Der
letzte Detektiv" über den Äther. Er siedelte die 40 seit 1984
entstandenen Folgen seiner Serie in den Jahren 2009 bis 2015 an. Jetzt
werden diese Kleinode der deutschen Science Fiction-Literatur nach und
nach vom Hörverlag
reaktiviert. Bisher auf dem Martk sind die ersten beiden Folgen
"Testmarkt" und "Safari" und beim Durchhören dieser beiden Episoden ist
man erst einmal platt. Kosers Währung in den Vereinigten Staaten von
Europa im Jahr 2009 nennt sich Euros, deren Untereinheit Cent! 1984
hießen die Planspiele um eine gemeinsame europäische Währung aber noch
[[Ecu]], wahrhaft prophetisch also. Koser vermutete noch mehr: die rasante
Zunahme von Terrorismus,
Wirtschaftskriminalität, Umweltverschmutzung, Ausbeutung der
Unterschicht und Ressourcen-Knappheit bis hin zu einer apokalyptischen
Schreckensvision.


Doch davon ab bietet Koser einen witzigen
Detektiv, der gefangen ist im Film Noir des 20. Jahrhundert, und als
letzter Detektiv in Europa mit einem urigen Computerassistenten (Sam)
aufregende Fälle löst. Jonas, der keinen Nachnamen besitzt, pflegt die
Eigenschaften seiner klassischen Vorbilder:
Ehrenhaftigkeit. Sturheit. Unverschämtheit. Witz. Ein bisschen
Sentimentalität.  Jonas umgibt viel technisches Gerät. Amüsant sind
Kosers Vorstellungen davon. Es ist die Zeit von [[Star Wars]] und Commodore 64.
Kommunikation findet per Bildtelefon statt, und Jonas wird von Sam,
einem intelligenten, sprechenden Taschencomputer, auf Schritt und Tritt
begleitet. Mal informiert Sam hilfreich, mal lässt er schnoddrig seine
Kommentare ab oder gibt einfach nur puren Nonsens von sich. Die
humorvollen, verschrobenen Dialoge sind Programm!
Einen Handy-Boom erahnte Michael Koser allerdings nicht. Sonst müsste Jonas nicht in Testmarkt (Folge 1) händeringend nach einer Telefonzelle suchen.


Die technische Umsetzung ist immer noch "up to date", besonders
charmant wirkt mittlerweile die Musik, die von keinem geringeren als
[[Frank Duval]], seines Zeichens Komponist zahlreicher Film- und
TV-Soundtracks (Derrick, Tatort), stammt. 


Fazit:
Absolut hörenswert! Zugreifen!

k5von6

 

 

 

 


 

fotokoser


 

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