Iron Maiden: A Matter of life and death

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Wenn Gott Rocksänger wäre, würde er sicher wie Iron Maiden-Frontmann Bruce Dickinson klingen. Was der auf der neuen Maiden-CD „A matter of life and death“ in die Rille shoutet, sucht in der Rockmusik seinesgleichen. Allein seine Vokalsaltos machen diese CD hörenswert. Doch auch das Songwriting hat sich seit dem recht schwachen „Dance of the Death“ enorm gesteigert. Sicher kann man sagen, dass Iron Maiden ihre Stiefel runterspielen, indem sie das bekannte Rezept immer und immer wieder aufkochen, doch das wäre zu einfach.Klar, fast alle Songs haben den Maiden-typischen atmosphärischen langsamen Anfang, gehen ins Uptempo und bestechen dann durch die exzellente Gitarrenharmonien des Sechs-Saiter-Trios Smith, Gers und Murray, aber ist es nicht genau das, was wir von Maiden erwarten und wünschen? Das diese Platte „progressiv“ ausgefallen sein soll, wie uns Bandinfo und zahlreiche Fachpresse weismachen will, kann nicht ohne weiteres so behauptet werden. Es gibt zwar wesentlich mehr unterschiedliche Parts in den zumeist sehr langen Songs, einige Breaks, wechselnde Tempi und Unisono-Gitarrenläufe, doch von echten Prog-Bands wie Dream Theater ist das trotzdem meilenweit entfernt.

A Matter Of Life And Death ist mit seinen über 70 Minuten Spielzeit trotzdem ein gelungenes Opus und fesselt mit pathetischen und oft epischen Meisterwerken.

Lost geht es mit der schon Maiden-üblichen schnellen und unkomplizierten Startnummer, die dieses Mal „Different world“ heißt und trotz seiner Simplizität die Starter der letzten beiden CDs deutlich schlägt und wesentlich länger im Ohr bleibt. Danach wird es monumentaler: „The Longest Day“ könnte einmal ein Maiden-Klassiker werden und beeindruckt mit Esprit, Rasanz und Melodie. „For The Greater Good Of God“aus der Feder von Steve Harris, das mit (für Maiden) ungewöhnlich vielen Rhythmus- und Tempowechsel garnierte „These Colours Don´t Run“ oder das stilistisch ausladende ´Brighter Than A Thousand Suns` knüpfen an die stärksten Maiden-Songs der letzten Jahre an. Bei „The Pilgrim“ sind dann auch wieder die folkigen Harmoniegitarren, die schon den Tanz des Todes im gleichnamigen Song des letzten Albums überdeutlich ins Ohr pflanzten. Die Ballade „Out of the shadows“ ist ganz in der Kategorie der Dickinson-Solo-Balladen wie „Tears of the Dragon“ oder „Man of sorrows“ angelegt, stinkt gegen diese aber deutlich ab.

Das Beste haben sich Steve Harris und Co nämlich für den Schluss aufbewahrt: „The Legacy“ mit seinen 9.20 Minuten kann nicht nur wegen der Länge in der Klasse eines „Rime of the ancient mariner“ oder „Alexander the great“ mitspielen.
Noch ein Wort zum Sound: Diese Maiden-Produktion klingt (obwohl sie angeblich ungemastered ist) deutlich besser als die letzten beiden, dennoch bleibt der Wunsch nach einer powervolleren Klangidylle. Ob Bruce Dickinson jemals Steve Harris seinen Solo-Produzenten (und Gitarristen) Roy Z. schmackhaft machen kann?

Fazit: Iron Maiden lassen den „Dance of the Death“ vergessen

5von6

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